31.05.2006
30 Jahre Openair St. Gallen. Dort, im Sittertobel, haben wir das Campieren gelernt und - mindestens zwei Jahrzehnte später - uns das Zelten wieder abgewöhnt. Alles begann 1977 in Abtwil (und nicht etwa in St. Gallen). Nur etwas mehr als 2000 Verwegene hatten sich zum ersten “richtigen” Ostschweizer Rock-Event eingefunden. Im Vergleich dazu: 2005 sollen es 30000 gewesen sein. In Erinnerung geblieben sind mir weniger einzelne Auftritte: Beim Stichwort Openair St. Gallen denke ich zuerst an Schlamm. Aber lassen wir das. Ich will nicht derjenige gewesen sein, der das schlechte Wetter herbei geredet hat. Bei Wikipedia übrigens findet sich eine detailgenaue Darstellung der Openair-Chronologie.
30.05.2006
In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Robert Walser zum 50. Mal. Walser starb am Weihnachtstag 1956 in Herisau. Dort lebte er während 24 Jahren in der Psychiatrischen Klinik. In die Psychiatrie geriet er gegen seinen Willen. 1933 gab er das Schreiben auf. Zu Lebzeiten wurde Walser weitgehend verkannt. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) widmete Walser am vergangenen Samstag einen Literaturbrennpunkt. Walser sei, so schreibt Ivan Ferron in der NZZ, ein “Meister des Reisens an Ort†(NZZ, 27./28.5.2006, 69). In Herisau wurde die Wegstrecke, die Walser regelmässsig unter die Füsse nahm, zum Robert-Walser-Pfad.
29.05.2006
Am 8. Juni findet an der Universität St. Gallen der Schweizer Krisengipfel 2006 am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagment statt. Es geht um Krisen-, Risikio- und Katastrophenkommunikation für Unternehmungen, Verbände, Behörden und die Politik. Die thematische Breite, die sich mit Titel und Untertitel ankündigt, spiegelt sich im Tagungsprogramm wider. Wie auch immer: Fallstudien und Workshops verleihen der Veranstaltung Praxisorientierung. Referatsthemen und Referenten/Referentinnen sind vielversprechend. Zur Tagungs-Webseite…
Wolfhalden ist ein kleiner Ort im Appenzellischen. Bekannt geworden ist Wolfhalden, weil Michael Schumacher dort Wohnsitz nehmen wollte (und aus “lokalpolitischen” Gründen nicht konnte). Nun ist Wolfhalden wieder in den Schlagzeilen. Am Openair von Wolfhalden ist es am Freitag zu einer Massenschlägerei gekommen, mit zehn Verletzten. Vier Personen seien spitalreif geschlagen worden. Auch der Einsatz der Kantonspolizei konnte dies nicht verhindern.
28.05.2006

Grünvariation am Sämtisersee. In der Nähe dieses Bergsees gibt es das Berggasthaus Plattenbödeli. Und dort ist die Röschti Spezialität des Hauses. Sie wird goldbraun gebraten serviert. Mit dem würzigen Appenzeller Käse überbacken, ist sie als Chäsröschti zu haben: der Klassiker. Aber auch die anderen Gerichte, die einem im Plattenbödeli serviert werden, zeugen von engagierter Küche. Wie gelangt man zum Plattenbödeli? Der Aufstieg beginnt in Brülisau. Es erwartet einen ein steiler, aber unproblematischer Aufstieg (Naturstrasse). In 40 bis 60 Minuten erreicht man die Hochebene. Dies als sommeraktueller Tipp für Zürcher und andere Ostschweiz-Laien.

Auf dem Weg von Brülisau zum Plattenbödeli zeigt sich der Winter. Gut getarnt.
25.05.2006
Das St. Galler Tagblatt stellt das Sankt Galler Netz zur Verfügung. Es handelt sich um eine Datenbank, mit der nach Vereinen, Organisationen und Einrichtungen recherchiert werden kann.
Vom 9.6. bis 9.7.2006 erfolgt bei der Olma-Aussenhalle 9, Ostkurve, die Übertragung der Fussball-WM auf Grossleinwand (BPR Communications AG). Party-Stimmung ist angesagt.
24.05.2006
Der Text ist nicht neu (er stammt aus dem Jahr 2003), aber nach wie vor interessant. In ihrer Maturaarbeit hat sich Sara Wicki-Ferrante mit Poetry Slam unter Berücksichtigung der Sankt-Galler-Szene beschäftigt. Der 31 Seiten starke Text kann via Internet bezogen werden (PDF): “Der erste Poetry Slam in St.Gallen fand im Lagerhaus flon an der Davidstrasse 42 statt”, schreibt die Autorin. In der Ostschweiz gibt es heute eine intakte Poetry-Slam-Szene. “Diese neue Art und Weise, Selbstgeschriebenes vorzutragen, faszinierte mich und ich entdeckte die Lust an der Dynamik des gesprochenen Wortes.” Die Begeisterung der Autorin setzt sich in ihrem Text fort. (Der Text von Sara Wicki-Ferrante wird über die Website von Solarplexus vertrieben.)
Zu Veranstaltungen in der Ostschweiz: siehe auch slamsirnach.ch.
Seit zwölf Jahren erscheint in der Ostschweiz das Kulturmagazin Saiten, seit 1999 wird die Zeitschrift von einem Verein getragen. Mittlerweile ist Saiten hierzulande aus der Kulturberichterstattung nicht mehr wegzudenken. Dabei wird von einem umfassenden (oder breiten) Kulturbegriff ausgegangen. Dies verdeutlichen die Titelthemen, beispielsweise “Reden über Angst”, “Hütten und Häuser” oder “Am Steuer”. Im engeren Sinne um “Kultur” geht es im umfassenden Veranstaltungskalender. Saiten liegt in Restaurants, Beizen, Schulen und Geschäften auf. 3000 Abonnemente sind, gemäss Angaben des Herausgebers, mittlerweile gebucht. Was wichtiger ist: Saiten wird von Journalisten erstellt, die sich engagieren und Sinn für Textkultur beweisen. Immer wieder von Neuem. In meinem Bücherregal gibt es bereits einen kleinen Stapel mit alten Saiten-Ausgaben. Ich greife hinein und finde die Ausgabe zum Schwerpunktthema Gastfreundschaft. Eine besonders gelungene Ausgabe.
18.05.2006
Im Osten der Schweiz und im Westen Österreichs gibt es eine lebhafte Jazzszene. Stichworte dazu sind: Jazzschule St. Gallen, Gambrinus oder Spielboden Dornbirn. Nun kann die Stichwortliste verlängert werden, und zwar um Jazzclub Rorschach. Der neu gegründete Club führt Konzerte im Keller des Seerestaurants durch. Am 26.5.2006 gastiert Gail Andersson und am 16.6.2006 George Nussbaumer in Rorschach. Präsidiert wird der Jazzclub von Rolf Hofstetter. (Artikel übernommen von retoeugster.ch/blog.)
11.05.2006
Wenn alles nach Plan verläuft, wird die FHS St. Gallen im Jahr 2011 ein neues Schulhaus in St. Gallen beziehen können. Schulhaus? Genauer: das neue Fachhochschulzentrum, an dem auch geforscht wird. Zurzeit ist die Fachhochschule an sieben Orten untergebracht, verteilt auf St. Gallen und Rorschach. Die räumliche Situation ist tatsächlich prekär. Doch nun soll in fünf Jahren im Gebiet von Bahnhof Nord (Rosenberg-Seite) für 1700 Studentinnen und Studenten ein neuer Lernraum entstehen. Zum Projekt Fachhochschulzentrum gibt es eine eigene Webseite.
Das Kultur-, Ferien- und Seminarhotel Schloss Wartegg in Rorschacherberg hat es in die Liste der Historic Hotels geschafft. Eine solche Ehre ist bislang nur wenigen Schweizer Hotels zuteil geworden. Die Geschichte des Schlosses ist bewegt. Ab 1919 soll die Kaiserin Zita im Schloss Exil gefunden haben. 2000 ist es zur Wiedereröffnung gekommen, Christoph und Angelika Mijnssen hatten 1994 das Schloss übernommen. Schloss Wartegg fällt auch durch eine gute Küche sowie durch ein überzeugendes Konzertprogramm auf. Hauptsächlich Klassik und Jazz sind angesagt. Dass bei vielen Hotelzimmern der Blick über den Bodensee inklusiv ist, dass ein prächtig-üppiger Rosengarten zum Schloss gehört, wie auch bestaunenswerte Mammutbäume: Auch dies muss hier erwähnt werden.
10.05.2006
Siesta heisst das Projekt, mit dem ein symbolischer Beitrag zur Entschleunigung geleistet wird. 100 Liegestühle bilden im Hafen von Rorschach eine Installation. Sie laden zum Verweilen ein, zum Gedankenaustausch - und natürlich auch zum Staunen. Wann trifft man in einer Schweizer Stadt schon auf so etwas? Auf eine Liegestuhlinstallation mitten im Alltagsbetrieb! Zum Artikel im Sozialjournal…