29.10.2006
Im Zuge der allgemeinen Sozialraum-Aufteilung, können in der Stadt St.Gallen ab dieser Woche Freiluft-Wohnungen gemietet und in einigen Fällen sicher auch als Eigentumswohnungen erworben werden. Interessentinnen und Interessenten können sich an den Sozialraum-Eigentümer-Verband (SEV) wenden.
27.10.2006
Solche Fragen nehmen wir hier sehr ernst. Die Gefahr, damit alte Klischee zu bedienen, beschäftigt uns nicht. Um gleich beim Schluss zu beginnen: Es konnte verhindert werden, dass ein Ausserkantonaler die Würste in das St. Galler Fussballstadium liefert. Das war im St. Galler Tagblatt zu lesen, und zwar auf der Titelseite (27.10.2006). Die Verantwortlichen haben sich für die bekannten Würste von Spiess in Berneck entschieden. Ob das Fleisch von inner- oder ausserkantonalen Tieren stammt, ist auf der Basis des Tagblatt-Artikels nicht zu eruieren. Und wer genau die Würste in Berneck zusammen baut, wird dem Leser der Regionalpresse ebenfalls vorenthalten. Vielleicht wird das Fleisch aus Zürich angeliefert, von dort also, wo der typische Ostschweiz-Laie lebt. Solche Probleme nehmen wir hier sehr ernst. Egal, was der Rest der Welt von uns denkt.
26.10.2006
Heute Abend (19.30 Uhr) findet im Casino Herisau (Kleiner Saal) eine szenische Lesung zum Verhältnis zwischen Robert Walser und Hermann Hesse statt. Hermann Hesse hat Robert Walser zeitlebens geschätzt und gefördert. Robert Walser blieb ihm gegenüber spröde bis abweisend. Er hielt den Erfolg Hesses für den Grund des eigenen Misserfolgs. Jürg Amann, Schriftsteller, Zürich, ist angefragt, diese Lesung zu verfassen, vorgetragen wird sie von Schauspielern.
24.10.2006
In Rorschach gibt es einen Jazzclub. Und in Rorschach gibt es ein kleines Jazz-Festival: “6 Bands, 5 Restaurants, eine Stadt”. Rorschach ist in Sachen Jazz auf dem Vormarsch. Oldtime Jazz am See geht am kommenden Freitag über die Rorschacher Bühnen, von 20 bis 23 Uhr. Ab 18 Uhr gibt es Musik auf der Gasse. Unser spezieller Tipp: Two Banjos Jazzband im Restaurant Schnell. Zur Webseite der Veranstaltung…
15.10.2006
Volksliedjazz in St. Gallen, um was geht es? Hier die Antwort: Das Programm “Volksliederjazz” besteht aus jazzigen Arrangements bekannter Volkslieder aus dem schweizerisch-deutschen Raum, vom fetten Blues (Lueged vo Bärge und Tal) über die verträumte Ballade (Au clair de la lune), von der gemütlichen Rumba (Mein Hut der hat drei Ecken) bis zur gospligen Afronummer (Vo Lozärn gäge Weggis zue). Es spielen Martin Peier, Piano, Martin Müller, Gitarre und Christian Hälg, Bass am Samstag, 28.10.2006, 20 Uhr, im Waaghaus St. Gallen. Der Eintritt ist frei.
13.10.2006
Das Erlebnis Olma zu hinterfragen oder gar zu relativieren, kann sich ein St. Galler (und ein Ostschweizblog) ernsthaft nicht leisten wollen. Wir sind hier mit der Olma gross geworden und nur schon der Brodworscht-Dunst, der sich in diesen Tagen über die Stadt legt, rechtfertigt die Olma, sofern diese Ostschweizer Institution überhaupt einer Rechtfertigung bedürfte. Um vollständig vom Ostschweiz-Blues gepackt zu werden, fehlt uns jetzt nur noch der erste Schnee. Zugegeben, während der Olma ist die St. Galler Innenstadt nachts kaum begehbar, weil es unangenehm ist, sich auf Schritt und Tritt mit Besofffenen Betrunkenen zu beschäftigen. (Ausser man säuft sich selber in das Gemeinschaftserlebnis hinein.) Geschenkt sei den Ostschweiz-Laien und Zürchern auch der Einwand: Landmaschinen und Viehherden sind nicht jedermanns Sache und Küchengeräte kaufen inzwischen viele - auch Ostschweizer - im Mediamarkt.
Mit Bundesrat Schmid bleiben wir dabei: “Die Olma ist Kult. Die Olma ist Ostschweizer Kitt. Die Olma ist das Synonym für ein Gemeinschaftserlebnis.”
Irgendwie verdient unsere Olma solch grosse Worte, auch wenn sofort klar ist: Hier kippt uns ein Politiker etwas gar unverblümt Honig in den Rachen, uns, den Bern-geschädigten OstOlma-Schweizern. Was Schmid mit Gemeinschaftserlebnis genau meint, ist beispielsweise nicht allen, die im Umkreis der Olma - im Sozialraum Olma - wohnen, sofort klar. Auch diese bundesrätlichen Worte machen uns nicht vergessen, dass wir zu Nicht-Olma-Zeiten westlich von Winterthur als Randregion bewertet werden.
10.10.2006
«Was ist denn schon das Leben? Die Zukunft ist noch nicht da, und man kann nicht voraussehen, was sie bringen wird. Die Gegenwart ist nur ein Augenblick und die Vergangenheit eine lange Geschichte. Wer keine Geschichten erzählt und keine Geschichten hört, lebt nur für diesen Augenblick, und das ist nicht genug.» Isaac Bashevi Singer, der Geschichtenerzähler.
Um Geschichten geht es am Wochenende vom 13.10. bis zum 15.10. zeitgarten.ch öffnet seine Pforten. zeitgarten.ch ist eine Kommunikations- und Sammelstelle für Geschichte und Geschichten der Ortschaft Pfyn und seiner Bewohner. Alle Bewohner und alle Menschen, die eine Geschichte, Fotos und Bilder, Erinnerungen, Gegenstände oder anderes mit der Ortschaft Pfyn verbinden, sind eingeladen, sich bei zeitgarten.ch zu melden und ihr wissen mitzuteilen. Die Firma netz.werk, St Gallen, richtet auf der Webseite zeitgarten.ch ein Weblog ein, das zugleich Archiv des Projekts und lebendige Sammelstelle online sein wird.
07.10.2006
Die Versuche, aus dem ehemaligen St. Galler Kino Palace ein Kulturzentrum zu machen, haben für politischen Zündstoff gesorgt. Wir berichteten bereits darüber. Am 27. Oktober nun wird der Probebetrieb mit einem Eröffnungswochenende gestartet. Am 10. Oktober, also am kommenden Dienstag, wird den Interessierten ab 18 Uhr im Palace das Startprogramm präsentiert. An diesem Tag wird auch die “Erfreuliche Universität” ihr “Vorlesungsverzeichnis” veröffentlichen.
05.10.2006

Seit 150 Monaten macht uns das Ostschweizer Kulturmagazin auf die anderen Saiten des Lebens aufmerksam. In der Jubiläums-Oktober-Ausgabe befindet sich in der Heftmitte das so genannte “Jubelposter” (Bildausschnitt) mit 150 Wünschen der Saiten-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.
“Auf dass sie in Erfüllung gehen, auf dass Utopien nicht einfach klamm und heimlich abgehakt werden.”
Dem schliessen wir uns natürlich an und wünschen dem Redaktionsteam die Unerschrockenheit für weitere 150 Ausgaben. Nebenbei: Condoleezza Rice hat am 14. November Geburtstag. Damit verpasst sie die Jubiläumsausgabe. Bedauerlich für sie.
04.10.2006
Seit Beginn der Ausstellung Schnittpunkt ist die Lokremise vermehrt Schauplatz von Anlässen. Auch im Oktober ist Interessantes zu sehen an diesem aussergewöhnlichen Ort. Das Tanzstück von Philipp Egli nimmt das Schnittpunkt-Thema auf. Nach der Première am Sonntag wird das Stück diesen Freitag und Samstag noch einmal aufgeführt. Zudem zeigt das Kinok einige Filme in der Lokremise. Gestartet wurde mit dem Stummfilm Salomé, der von Ruth Bieri am Flügel begleitet wurde.
01.10.2006

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, sehr wohl aber diskutieren. Ein Gemeinschaftsprojekt der Neuen Kunst Halle St. Gallen und der FHS St. Gallen lud im Rahmen des Symposium “Geschmackssache” dazu ein.
Michelle Nicol, Autorin und Kunstkritikerin, Jan Verwoert, Autor und Kunstkritiker, Hans Schmid, Leiter der Kulturförderung des Kantons St.Gallen, Michael Lüscher, Lebensmittelingenieur und Koch, Malcolm McLaren, der Mitte der 70er Jahren die Sex Pistols ins Leben rief, und Joachim Maier, nahmen daran teil. “Geschmacksfragen”, so ein Gedanke aus der Schlussrunde, spielen in den Bildungskarrieren eine geringer werdende Rolle. Auf der Manager-Etage angekommen, wird den Führungskräften jedoch “Geschmack” wieder verabreicht, in der Form des “guten Geschmacks”.
Nach dem ersten Teil der Veranstaltung, welcher in Englisch gehalten wurde, erhielten die Besucher zur Stärkung Karottensalat mit Vanille Eis, Ingwer und einem Schuss Aceto Balsamico. Michael Lüscher und seine Crew forderten die Geschmacksnerven der Anwesenden mit verschiedenen kulinarischen Schrägheiten heraus.