Die Erfreuliche Universität im Palace in St. Gallen widmet sich im Februar dem Thema Web 2.0. In vier Referaten wird jeden Dienstag ein spezifisches Thema rund um das Web 2.0 aufgegriffen. Informationen dazu sind auf der Internetseite des Palace zu finden.
Auch in der Ostschweiz stehen die Zeichen auf Frühlingsanfang, Januar hin oder her. “Was unternehmen Sie gegen die ersten Frühlingsgefühle?” Reaktionen zum Frühlingsanfang:
[zero] Als ich gefragt wurde, ob ich beim Ostschweizblog mitmachen wolle, war die Schlüsselfrage nahe liegend: “Mag ich die Ostschweiz genug, um mich ihr bloggend zu widmen?” Ich muss euch enttäuschen, liebe Ostschweiz-Freunde. Aus mindestens drei Gründen muss ich die mir selbst gestellte Frage mit NEIN beantworten.
1. Hier leben wir zwar im Dreiländereck, doch die Grenzen zu Österreich und Deutschland sind in mancherlei Hinsicht dicht. Nicht nur, dass es diese ganz und gar unnötige Form der Zollkontrolle immer noch gibt. Die Ostschweizerinnen und Ostschweizer wissen auch kaum, was sich jenseits der Grenze abspielt. Welche Parteien regieren in Oesterreich? Wie heisst der Regierungschef Vorarlbergs? Welches Steuersystem gilt im Ländle? Welche kulturellen Einrichtungen sind bedeutsam? Gibt es in Vorarlberg eigentlich eine Uni? Was ist der Hauptort von Vorarlberg? Hier ist oft nur gerade bekannt, wie die Einkaufszentren zu erreichen sind. Und das die Möbel bei Kika günstig sind. Die Annahme, dass unsere Nachbarn über uns nicht mehr wüssten, vermag nicht zu trösten.
2. Gemessen am Stand des öffentlichen Verkehrs hin zur Restschweiz oder zur Euregio ist die Ostschweiz ein Niemandsland. Wer nach München reist, muss mit wenigen vernünftigen Zügen pro Tag auskommen. Eine ungehemmte Durchfahrt ist eh nicht möglich, weil irgendwo zwischen Bregenz und Lindau die Lokomotive gewechselt werden muss. Wer nachts nach Zürich reisen will oder muss, kann seine Party-Ambitionen gleich begraben.
3. Hat die Ostschweiz in den letzten Jahren kulturell gesehen einen grossen Wurf erlebt? Kann ich meinen Gästen wirklich nichts anderes als die Stiftsbibliothek zeigen? (Was keinesfalls gegen die Stiftsbibliothek spricht.) Was ist von der “Nachhaltigkeit” der Aktivitäten rund um das Kantonsjubiläum gebliegen? (”Nachhaltigkeit”, mein persönliches Unwort des Jahrzehnts)
Mein Urteil ist subjektiv, ungerecht, illoyal: unostschweizerisch. Das gebe ich zu. Hier im Osten der Schweiz ist man bescheiden. Die Fremden sollen eine Brodworscht bekommen, und nachdem sie sich die Brotreste aus den Mundwinkeln gestrichen haben, mit einer Führung durch den Dom zufrieden sein. Ach ja, die Fremden in der Ostschweiz. Das wäre ein Kapitel für sich.