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Ostschweizblog - Subjektives aus der Ostschweiz; St. Gallen, Thurgau, Appenzell, Graubünden; Herausgeber: Reto Eugster, Rorschach


Visionen stecken an

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Fotografin: Helene Mafli

17. März 2009, 14.00 Uhr. Eine Szene irritiert das alltägliche Bild. 60 Studierende der FHS St. Gallen (Fachbereich Soziale Arbeit) marschieren mit silbrigen Gartenstühlen quer durch die Stadt und verlegen ihren Unterricht, unter den Augen der Öffentlichkeit, auf mehrere markante Plätze. Damit ziehen sie nicht nur neugierige Blicke auf sich, sondern animieren auch Passanten zum Mithören oder sogar Mitmachen.


Eine Stadt spürt den Frühling

Die Studierenden hatten den Auftrag, die Stadt Rorschach bei ihrer Suche nach einer neuen Identität zu unterstützen. Initiiert wurde diese Aktion unter dem Namen „Primavera – Eine Stadt spürt den Frühling“ im Rahmen der Reihe „Stadt als Bühne“.

Mauerfall

Es ist ein geographisches Faktum, dass Rorschach die südlichste Bucht am Bodensee ist. Diesen Ausgangspunkt nahmen die Studierenden auf der Hafenmauer als Anlass, ihre Ideen zu präsentieren und zum Träumen einzuladen. „Stellt euch vor, ihr kommt zum See und es erwartet euch ein Sandstrand, auf dem Strassenkünstler ihre Fähigkeiten darbieten. Mit einem Pedalo-Taxi kann eine Bar auf dem See jederzeit erreicht werden.“ Dies nur als kleiner Auszug der Visionen, die durch ein Megaphon verkündet wurden.

Gastliche Hafenstadt

Die Gruppe bewegte sich mit ihren Stühlen weiter zum Bahnhof Rorschach Hafen. Vom Perron herüber schallten den dicht gedrängten Zuhörern, nur durch die Absperrung vom Gleis getrennt, Ideen zum Stichwort „Gastliche Hafenstadt“ entgegen. Da Rorschach ein Lokal pro 80 Einwohner bietet, sind die besten Voraussetzungen gegeben, diesem Schlagwort auch gerecht zu werden. Die Studierenden ergänzten auch hier mit Visionen. Unter anderem wurde von einer gläsernen Säule gesprochen, welche es Gästen der Stadt ermöglicht, auf digitalem Weg verschiedene Informationen abzurufen und sich darin mit einem Beitrag zu verewigen.

Slow-City, eine Ode an die Bahnschranken

Weiter ging es an eine der 15 Bahnschranken, die das Stadtbild von Rorschach prägen. Die Studierenden entwickelten Vorschläge, das ärgerliche Warten an diesen Schwellen in ein Erlebnis umzugestalten. Während eines poetischen Beitrages des Studenten Samuel Roth gesellte sich völlig unverhofft ein älterer Mann zu den Vortragenden und gab ein passendes Statement zu den Schranken ab: „Abwarten und Tee trinken“. Passend zum Thema Identität für Rorschach machten sich die Studierenden auf die Suche nach einer Identität pro Bahnschranke. Da gäbe es die „Hemmschwelle“ bei welcher Passanten beim Vorbeifahren des Zuges einfach mal losschreien würden. Eine „Danke-Schranke“ an der Vorbeikommende sich für all das bedanken könnten, was sie im Moment nicht tun müssen. An der „Schlanke-Schranke“ könnte Fitness-Übungen nachgegangen werden.

Auf einen Schlag

Das Restaurant Rheinfels füllt sich mit den Teilnehmenden dieser Tour durch Rorschach. In einem letzten Akt werden die vorgetragenen Gedanken vom Ad-hoc-Einwohnerrat, bestehend aus vier Vertretern aus der Stadt, nochmals zusammengetragen und reflektiert. Dabei lässt sich auch der Einwohnerrat zu Visionen hinreissen, wie beispielsweise das Pflanzen von Palmen. Es stellt sich jedoch heraus, dass bereits Projekte geplant und sich teilweise schon in der Umsetzung befinden. Eine Beleuchtung der Sky-Line von Rorschach wird nächstes Jahr montiert. Vorgenommen ist bis 2015, die Hauptstrasse von der UBS bis zum Hafen zu verbreitern, zur Einbahnzone umzugestalten und somit den Lokalen zu ermöglichen, auch draussen Gäste zu bedienen. „Die Zukunft hat bereits begonnen“, kommentiert der Stadtschreiber Bruno Seelos.

Text: Roman Kalberer (26, Wangs); Ursina Juon (26, Chur); Myriam Sartore (24, St. Gallen); Studierende der FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit. Dieser Text ist im Rahmen eines Medienseminars entstanden

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Info:
Visionen stecken an ist Beitrag Nr. 241
Author:
ingos am 19.03.2009 um 08:42
Kategorie:
Allgemein
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